Freilichtmuseum Finsterau
Auf 935 Metern Höhe, am nordwestlichen Rand des Dorfes Finsterau in der Gemeinde Mauth, liegt das Freilichtmuseum auf einem Plateau zwischen dem Nationalpark Bayerischer Wald und der böhmischen Grenze. 1980 eröffnet, versammelt es auf rund sieben Hektar mehr als zwanzig Bauernhäuser, vollständige Höfe, eine Dorfschmiede, ein Straßenwirtshaus und eine Holzkapelle aus dem gesamten Bayerischen Wald.
Die Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, ihre Ausstattung spiegelt die 1930er bis 1960er Jahre. Stuben, Kammern und Geräte stehen in ihrem ursprünglichen Zusammenhang – das Grobe und das Schöne, das Geflickte und das Neue. Die abgetretene Schwelle, die blank gewetzte Türklinke, der Flicken auf der Holzhauerjacke.
Höfe, Werkstätten, Wirtshaus
Vom kleinen Sachl bis zum stattlichen Vierseithof reicht das Spektrum. Der Petzi-Hof, zwischen 1984 und 1988 als Ganzes hierher übertragen, gilt als ein außergewöhnliches Beispiel für die Translozierung von Natursteinbauten. Schmiede, Schusterwerkstatt und die radizierte Tafernwirtschaft „D'Ehrn" mit ihrem Tanzsaal lassen erkennen, wie sich Handwerk, Gastlichkeit und Dorfleben verschränkten.
Ein Stück Lackenhäuser in Finsterau
Zwischen den frei aufgestellten Nebengebäuden steht ein Dörrboden aus Lackenhäuser, errichtet vermutlich 1789, 1979 abgetragen und in den 1980er Jahren in Finsterau wiedererrichtet. Auf einer Art Schublade wurde nasses oder unreifes Getreide hinausgefahren, sobald die Sonne es zuließ. Das Holz dieses Hauses kommt aus derselben Landschaft, in der heute das Edlgütl steht – das Museum sammelt also auch ein Stück der unmittelbaren Nachbarschaft.
Leben im Museum
Kühe, Schafe und zwei Esel schauen über den Weidezaun, in den Bauerngärten stehen Kräuter und Blumen. An bestimmten Tagen ist die Schmiede in Betrieb, der Holzhandwerker arbeitet, im Backhaus wird Brot gebacken. Brotback-, Butter- und Kräuterkurse ergänzen das Jahresprogramm, dazu wechselnde Sonderausstellungen. Bei Regen bietet ein Unterdachspielplatz Zuflucht; im Museumswirtshaus und im Café Heimat lässt sich einkehren.
Gut zu wissen
Geöffnet von Mai bis September täglich 9 bis 18 Uhr, im Oktober täglich 9 bis 17 Uhr, vom 25. Dezember bis 30. April täglich 11 bis 16 Uhr. Vom 1. November bis 24. Dezember ist das Museum geschlossen. Hunde sind an der Leine erlaubt. Das Gelände ist nach „Reisen für alle" als teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung zertifiziert: Eingangsgebäude, Café, Tafernwirtschaft und Schmiede sind stufenlos zugänglich, obere Etagen historischer Häuser meist nicht. Für Kinder geeignet, Spielplatz auf dem Gelände.
Hunde sind an der Leine erlaubt.
Für Kinder geeignet: Spielplatz auf dem Gelände, Unterdachspielplatz für Regentage.
Teilweise barrierefrei nach „Reisen für alle": Eingangsgebäude, Café, Tafernwirtschaft und Schmiede stufenlos zugänglich; obere Etagen der historischen Häuser meist nicht.